Welches Speichermedium ist das sicherste?


Allgemein

Das die Lebensdauer externer Speichermedien wie Festplatten und USB-Sticks begrenzt ist, ist vielen Menschen bekannt. Aber welche Speicherart eignet sich am besten für den Hausgebrauch?

 

Ursachen des Datenverlusts

Die Geschäfte von Datenrettungsfirmen laufen gut: "Viele Leute wissen, dass sie ihre Daten sichern sollten, aber sie machen sich darüber keine Gedanken - bis die Daten dann eines Tages weg sind." Gründe sind angefangen von Sekretärinnen, die über Festplattenkabel stolpern, zu früh herausgezogene USB-Sticks, versehentlich gelöschte Dateien und einen Mann, der im Streit auf einen Laptop schlug, aber auch Viren oder Softwarefehler kommen zur Sprache. Das Ergebnis in allen Fällen: Die Daten waren weg. Aber nicht immer ist der Mensch Schuld am Datenverlust. Die CDs, DVDs, Blu-rays, Speicherchips und Festplatten halten schlicht nicht ewig.


"Die Frage ist nicht, ob ein Speichermedium irgendwann kaputt geht, sondern wann". Man soll sich nicht allzu sehr auf die Versprechen der Hersteller verlassen, lautet sein Rat. Beispiel DVDs und Blu-rays: Theoretisch können sie viele Jahrzehnte halten. Doch dafür müssen die Scheiben unter Idealbedingungen lagern: "Sie vertragen kein Licht, und es darf weder zu feucht noch zu warm sein." Und Kratzer vertragen sie natürlich auch nicht. Wer diese Bedingungen nicht erfüllen kann, dem droht der vorzeitige Datenverlust.


Ähnliches gilt für die meisten anderen Datenträger. Niemand weiß, wie lange USB-Sticks, SSD-Speicher oder klassische externe Festplatten tatsächlich funktionieren. "Eine Festplatte hält in der Regel länger, wenn sie wenig benutzt wird". Trotzdem kann sie auch bei wenig Benutzung kaputt gehen: Materialermüdung, Produktionsfehler oder einfach nur Pech.

 

Risiko: Technischer Fortschritt

Doch selbst wenn ein Medium die versprochenen Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte überdauert, sind die Daten noch lange nicht sicher. Ein Problem: Nicht nur die Datenträger können kaputt gehen, sie können auch schlicht von der technischen Entwicklung überholt werden. Zum Beispiel, jemand speichert seine Diplomarbeit auf einer alten Diskette. "Versprochen waren mindestens 30 Jahre Haltbarkeit. Aber nur einige Jahre später gab es schon keine Lesegeräte für diese Disketten mehr." Seine Daten waren verloren. Deswegen ist es gerade bei der Langzeitsicherung wichtig: Daten regelmäßig auf neuere und aktuellere Speichermedien kopieren. Auch bei den Dateiformaten sollte man immer auf dem aktuellen Stand bleiben, denn was heute gängig ist, kann veralten - und das erschwert dann das Auslesen der Daten.

 

Welcher Speicher ist der zuverlässigste?

Welches Speichermedium ist das sicherste? DVDs und Blu-rays sind für die dauerhafte Datensicherung eher ungeeignet. Einerseits, weil sie so empfindlich sind, andererseits wegen ihres relativ geringen Volumens. Auch bei USB-Sticks ist Vorsicht geboten: "USB-Sticks neigen dazu, einfach mal auszufallen." Das liegt insbesondere an der oft zweifelhaften Qualität der in ihnen verwendeten Flash-Speicher. Und einen anderen Nachteil haben Flash-Speicher, zu denen auch die immer beliebter werdenden SSD-Speicher gehören: "Daten können von Flash-Speichern tatsächlich für immer verschwinden und sind dann nicht wiederherstellbar". Im schlimmsten Fall können dann nicht einmal Datenretter wie er noch etwas ausrichten.


 

DVD-RAM

Als DVD-RAM wird eines der drei wiederbeschreibbaren DVD-Formate bezeichnet, das sich gegenüber den anderen beiden durch seine bessere Wiederbeschreibbarkeit und Datensicherheit auszeichnen soll. Die DVD-RAM wird sowohl in Computern als auch in Camcordern und Festplattenrekordern verwendet, wird aber in diesem Anwendungsbereichen zunehmend durch Flash-Speicher ersetzt.


Die DVD-RAM soll eine längere Lebensdauer als die DVD+R- und DVD-R-Medien haben, da keine organischen Schichten verwendet werden. Als Material wird etwa Germanium, Antimon und Tellur (GeSbTe) bei 1x-, 2x- und 3x-Medien oder ein Bismut-Coupling-Material (BCM) bei 5x- und 16x-Medien verwendet anstatt des bei der DVD-RW verwendeten Materials Silber, Indium, Antimon und Tellur (AgInSbTe). Um über eine lange Zeit auch Kratzer an der Oberfläche zu vermeiden, gibt es die DVD-RAM auch von Anfang an in einer Cartridge-Version (siehe unten). Von der Industrie wird eine Lebensdauer von 30 Jahren propagiert, obwohl dies in keiner offiziell verbindlichen Richtlinie festgelegt ist und bisher von keiner unabhängigen Studie belegt werden konnte. So schreibt das c't-Magazin: „In ganz Europa gibt es kein unabhängiges Labor, das die Qualität von DVD-RAMs testen könnte.“

 

M-DISC

M-Disc (in Eigenschreibweise M-DISC, kurz für Millennial Disc) bezeichnet einen beschreibbaren digitalen optischen Datenspeicher, dessen Haltbarkeit ausreichend ist für eine langfristige Datenspeicherung. Als einmal beschreibbarer Datenträger wird sie im DVD- und Blu-ray-Format produziert.


Die beworbene Speicherdauer einer M-Disc von 1000 Jahren (ein Millennium; daher der Marken- und Herstellername) stellt eine erheblich längere Zeitspanne dar als die Haltbarkeit herkömmlicher DVD±R- und BD-R-Medien. Letztere verwenden eine organische Schreib- und eine Reflexionsschicht, was die Haltbarkeit auf zwischen fünf und zehn Jahre (bei sachgerechter Lagerung) begrenzt. Statt einer organischen Schicht verwendet die M-Disc eine anorganische Schicht, die der Hersteller werbewirksam als „rock-like“ (fels- oder steinähnlich) bezeichnet. Die M-Disc-DVD wird mit einem stärkeren Laser beschrieben, weshalb zum Schreiben ein spezielles Laufwerk benötigt wird. Die M-Disc-Blu-ray soll die Schreib-Standards der Blu-ray Disc Association erfüllen, wodurch sie in aktuellen Standard-Blu-ray-Brennern beschrieben und in allen gelesen werden kann. Eine beschriebene M-Disc ist kompatibel zu den DVD- bzw. Blu-ray-Standards und daher in herkömmlichen DVD- bzw. Blu-ray-Laufwerken auslesbar bzw. abspielbar.


Im Auftrag des Herstellers und mit dessen Vorgaben der Testbedingungen wurden Millenniata-Medien vom Typ M-Disc-DVD von der Naval Air Warfare Center Weapons Division, einer Abteilung der United States Navy, in einer Wetterkammer zusammen mit normalen, einmal beschreibbaren DVD-Speichermedien getestet. Die Testbedingungen bestanden unter anderem aus Umgebungstemperaturen bis über 75 °C, starker UV-Strahlung, wodurch die Oberflächentemperatur der DVDs und M-Discs auf rund 85 °C stieg, und hoher Luftfeuchtigkeit von bis zu 85 %. Die M-Disc-DVD war das einzige Medium, bei dem anschließend die Daten mit einer geringen Fehlerquote noch ausgelesen werden konnten.


Bei nicht-optimaler Lagerung wird die versprochene Haltbarkeit allerdings nicht erreicht: Wie das Laboratoire national de métrologie et d’essais (Nationales Labor für Metrologie und Versuche) herausfand, ist bei 90 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 85 % eine DVD+R mit anorganischer Aufzeichnungsschicht (wie die M-Disc) nicht länger haltbar als eine konventionelle DVD±R.

 

Magneto Optical Disk

Die Magneto-Optical Disk (MO-Disk auch MOD, dt. „magnetooptische Diskette“) ist ein rotierendes Speichermedium, das magnetisch beschrieben und optisch ausgelesen wird.

 

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